Frosch am Häuptlingssitz in Loquard gerettet

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Frosch in Loquard

Loquard – Die folgende Geschichte erzählt von der  Rettung zweier Frösche am Häuptlingssitz in Loquard. Hallo? Ist das eine Geschichte wert? Für einen Loquarder sicher nicht, denn die Frösche am Burggraben gehören bei uns im Dorf  in der Krummhörn zum Alltag.

Es soll sogar schon Feriengäste gegeben haben die unser schönes Dorf nach einer Nacht empört verlassen haben, weil es Ihnen im Sommer Nachts zu laut war.

Ich hatte letzte Woche Familienbesuch und da gehört es selbstverständlich dazu mit dem Enkelkind ein Rundgang durch Opas Dorf zu machen. Logisch ist auch der  Besuch des Häuptlingssitz, der Platz im Dorf, auf dem die alte Burg stand, die am  14.6.1400 im Zuge einer Strafexpedition der Hamburger zerstört wurde.

Sibrand Brungersna I. hatte sich mit Seeräubern verbündet und die Vitalienbrüder oder Likedeeler angeblich Unterschlupf gewährt. Selbst Klaus Störebeker soll sich dort verborgen gehalten haben. Andere Quellen berichten, dass Gödeke Michel, ein ebenfalls bekannter Seeräuber, mit Hilfe von Sibrand die Flucht mit 200 seiner Leute gelang. Letzter Häuptling Loquards war Viktor Freese II, der 1564 Loquard und Campen an Graf Edzard II. und seiner Gemahlin Katharina, Tochter des schwedischen Königs Gustav  verkaufte.

Und wie wir da auf der Insel stehen und ich auf der Bank sitze ruft Enkel Felix aufgeregt:Opa! Opa guck mal da ist eine Frosch!“ Ich lache und  sage vom Sitz aus:“ Ja Felix, hier gibt es ganz viele Frösche.“

„Nein hier unten in dem Rohr,“ ruft der Kleine und ich schaue um die Büsche und da sehe ich eine Betonrundung in der Mitte der Insel, aus dem ein Stück Plastikabwasserrohr  ragt.

Rohr mit Beton auf der Insel - Froschfalle
Rohr mit Beton auf der Insel – Froschfalle

Das hatte ich so auch noch nicht zur Kenntnis genommen. Ein Blick in die Tiefe zeigt das unten so an die 60cm tief ein Frosch auf einem Stein hockt. Seine Versuche an der glatten Fläsche hoch zu kommen scheitert. (Titelbild oben)

“ Guck mal Opa. Da ist noch einer!“ ruft Felix und  ich staune nicht schlecht. Tatsächlich ist da noch einer drin.

Felix hält den Ast an dem die Frösche nicht hochklettern wollten 🙂

Ein Ast mit Blättern hilft auch nicht, denn die Frösche können nicht wirklich klettern.Mhh. Da bleibt nur der Versuch, mit dem langen Arm ins Dunkel zu greifen und den Fröschen ans Licht zu helfen.

 

Frosch wieder in Freiheit
Frosch wieder in Freiheit

Das macht  dann Felix Papa. Und die Aktion ist gar nicht einfach, denn die beiden kleinen Hüpfer lassen sich, ohne das man sie sieht,  schlecht greifen.

 

Wieder auf der Wiese aus misslicher Lage befreit
Wieder auf der Wiese aus misslicher Lage befreit

Gelungene Rettungsaktion, denn am Ende hüpfen beide Geretteten wieder über die Wiese in Richtung Burggraben. Ihr seht, ein Sonntagsspaziergang in Loquard, Frösche und es gibt etwas zu erzählen. Mein  Enkel wird die Geschichte sicher gut in Erinnerung halten und ich sowieso.