Offener Brief an Reiner Willms Ortsvorsteher Loquard und stellvertretender Bürgermeister Krummhörn

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So steht das an Loquarder Scheune seit August 2020

Lieber Reiner Willms, vielen lieben Dank für Dein Rundschreiben zum Kastanienhof das gestern in meinem Briefkasten lag. Ich habe mich  sehr darüber gefreut, erlaube mir jedoch ein paar kleine Anmerkungen.

Am 4.2.2020 schrieb ich einen Artikel über die Zustände am Loquarder Hof und der Loquarder Scheune. Danach fand einen Reinigungsaktion des Landkreis statt.

Doch der Segen hielt nicht lange vor. In diesem Zusammenhang wandte ich mich in der Folge an Dich persönlich, weil mir von den Nachbarn erklärt wurde, das bei einer Problemstellung der Dorfvorsteher immer erster Ansprechpartner für uns Bürger ist.

Im Verlaufe des letzten Jahres fanden dann mehrere ausführliche Gespräche zu den Themen Kastanienhof, Loquarder Hof und Scheune mit Dir statt.

Alle Gespräche hatten einen Hintergrund. Wir baten Dich die Missstände um diese Immobilien Objekte an die Gemeinde Krummhörn zu kommunizieren und für Aufklärung zu sorgen.

Bis in den Sommer hinein hatten wir in Loquard nicht nur Probleme mit dem Unrat und Ungeziefer bei den benannten Häusern, sondern auch mit den damaligen Bewohnern, die im Dorf durch – ich will es mal soziale Auffälligkeiten nennen – für einige Unruhe sorgten.

Die Ratten nisteten derweil auch bei uns im Garten. Per Fotos und Whats App und persönliche Gespräche übermittelte nicht nur ich, sondern auch andere Nachbarn diesen Zustand an Dich lieber Reiner.

In einem einstündigen Gespräch am 29.Juli bat ich Dich doch bitte die Hintergründe darüber auf zu klären, was und warum es kein weiteres Einschreiten der Gemeinde gäbe. Dabei ging es mir in erster Linie darum, ob denn die Zustände von Dir überhaupt an unseren Bürgermeister und den Rat kommuniziert würden. Die Auskunft darüber erfolgte mündlich von Dir, das es so sei.  Schriftlich liegt bis heute jedoch kein Beleg darüber vor, was ich sehr bedauere, denn dann würden wir auf einer anderen Grundlage reden.

Seit August 2020 liegt dieser Blickfang nun dort

Eine schriftliche Beschwerde eines Feuerwehr- und Verwaltungsfachmannes (Feriengast in Loquard über Gefahr im Verzug, durch Brandgefahr u.s.w  ) ging im Juli 2019 an den Bürgermeister und die Gemeinde. Die Quelle ist bekannt. Weitere Quellen das Beschwerden schriftlich und mündlich von Loquardern abgegeben wurden liegen ebenso vor.

Danach tauchten Gemeinde- und Landkreisbehörden und mehrfach die Polizei aus Norden vor Ort auf. Im August 2020 verschwanden die Bewohner der Loquader Scheune fast über Nacht. Für uns Dorfbewohner ein Segen, doch auch ein Unglück. Der komplette Dreck und Hausrat blieb liegen und seit August hat sich das Problem multipliziert.

Wir haben das täglich vor Augen. Eingeschlagene Scheiben. Ständig neu hin zu getragener Müll, welche Krummhörner die Gelgenheit nutzen und den dort deponieren. Und wer jetzt Abends nach 23 Uhr dort vorbeigeht hört das munteres Piepsen der Rattenfamilien.

Am 19.August erreicht mich dann eine Nachricht von Dir, das der Eigentümer eine Aufforderung erhalten habe den Müll zu entfernen, weil ansonsten eine Ersatzmassnahme durch den Landkreis vorgenommen wird. In dieser Sache ist bis heute 6 Monate später nichts geschehen.

 

Saß da Mittags gemütlich auf dem Rasen

Am 15 Oktober sandte ich dann noch einmal eine Nachricht an Dich,mit dem Foto einer toten Ratte auf der Schippe, die mir um 10 Uhr morgens über die Füße lief und die ich danach erschlagen hatte. Danach war Funkstille auf der ganzen Linie.

Mit der Schaufel erwischt um 10 Uhr zum Frühstück auf der Terrasse über den Fuß gelaufen

Ende Oktober taucht dann vor Ort ein Mitarbeiter einer Bank auf, die nun offensichtlich Besitzer der beiden Gebäude ist, weil so das Gerücht, der vormalige Besitzer insolvent ist. Kein gutes Zeichen, eher ein böses Omen, denn der gute Mann wirkte ziemlich ratlos. Vielleicht ist aber gerade dieser Umstand für die Gemeinde oder den Landkreis die bessere Grundlage Dinge zu verändern. Dachte ich. Doch weit gefehlt. Es geschieht nichts. Keine Pressemitteilungen der Gemeinde oder des Landkreises. Überhaupt keine Nachrichten.

Erfreulich das der Kastanienhof fällt, aber wie geht es weiter ?

Kurz nach meinem Beitrag zum Abriss des Kastanienhof, in dem ich niemanden erklären konnte wer denn Sorge dafür getragen hat das dieses Problem beseitigt wird, liegt Dein Schreiben „Bürgerinfo!“ im Briefkasten, mit der Information darüber, was nun am Kastanienhof aktuell geschieht.

Korrektur, Absatz entfällt, denn davon wußte keiner etwas…… Ich zitiere die Ostfriesenzeitung von heute 5.2.2021 :

Verantwortlich für den Abriss ist der Besitzer des Grundstücks, der auch bekannt gab das er einen Bauantrag eingereicht hat, dieser aber noch in der Bearbeitung ist. Und spätestens mit Baubeginnn  werden wir erfahren was dort entsteht. Wir werden in der Folge dann sicher mehr erfahren.

Aber  was ist mit den anderen Problemen, Loquarder Scheune- und Loquarder Hof?

Da der Kastanienhof nun abgerissen wird, ist bereits eine Wanderbewegung der Ratten in Richtung Dorf zu vermerken. Der Schnee vorgestern förderte einige Laufspuren zu Tage. Wann erfahren wir mehr darüber, ob und wann wann sich der Zustand verändert?

Ich finde 12 Monate in denen nichts geschehen ist seit dem Beginn der Problematik, sind eine sehr lange Zeit. Kein Anwohner wird informiert ob wir jetzt gerade in eine weitere Kastanienhof Situation geraten.
Ist der Besitzer wirklich Pleite?
Gibt es weiteres amtliches einschreiten?
Immerhin sind beide Gebäude bereits jetzt erhebliche Schandflecke.
Warum gibt es dazu kein Rundschreiben?

Immerhin bist Du stellvertretender Bürgermeister und hast mit den Allianz Parteien die Mehrheit im Rat der Gemeinde Krummhörn.
 Warum geht da nichts?

Ehrlich. Wir Loquarder fühlen uns inzwischen ziemlich gefoppt. Salopp ausgedrückt – hingehalten. Frei nach dem Motto – worüber regen sich die Loquarder auf – wir tun doch alles.

Frage : Handelt es sich in dieser Sache vielleicht um ein Politikum mit Geheimhaltungsstufe?

Eine weitere ungeklärte Frage: Findet Missstände abstellen und sich um die Sorgen der Menschen im Dorf zu kümmern im Rat der Gemeinde Krummhörn keine Mehrheiten?

Lieber Rainer, ich bin sehr enttäuscht, denn in allen Gesprächen mit Dir erkannte ich Kompetenz und Mut die Dinge im Sinne der Loquarder Bürger anzugehen. Du warst mir eine große Hilfe und hast mich in der Corona Lockdown Zeit tatkräftig unterstützt und ich hatte zumindest den Eindruck ehrenhafter Absichten für die Belange der Bürger hier im Ort.

Doch das Ergebnis ist gelinde gesagt kläglich. Es tut mir leid das so zu sagen, doch meine Enttäuschung wiegt schwer. Und damit stehe ich nicht allein.

Mich enttäuscht Deine verschleppte und mangelnden Kommunikation, die ich im Frühjahr letzten Jahres gegenüber anderen hier im Dorf, sogar verteidigt habe.

Es mag ja Gründe geben, das darüber nicht öffentlich gesprochen werden kann, doch auch das kann man kommunizieren.

Für uns Menschen hier im Dorf ist das was wir aktuell erleben keine gute Dorf- Gemeinde- Kommunal Politik, sondern fühlt sich an wie an einem finsteren Loch zu stehen, in dem man in Kürze versinken wird. Ich habe dieser Tage mit einigen Nachbarn gesprochen, die sich ebenso verlassen fühlen wie ich.

Es kann sein das die Pandemie und dein beruflicher Einsatz es dir nicht ermöglichen uns Bürger hier im Dorf auf dem Stand der Dinge zu halten. Das Ehrenamt kann einen Menschen in diesen Zeiten ja auch überfordern. Das weiß ich.

Auch öffentliche Veranstaltungen sind nicht möglich, obwohl eine öffentliche Versammlung auf dem Acker und mit genügend Abstand wäre eine Option. Und bitte, irgendeiner oder irgendeinen muss es doch geben, der Ansprechpartner in der Sache ist, oder müssen wir Bürger selbst ins Rathaus vordringen um unsere Wünsche vorzutragen?

Es gab schon eine Überlegung meiner Nachbarn eine Bürgerbewegung zu gründen, was ich aber erst einmal ausschließe, weil ich denke es muss doch eine politische, oder kommunale Option geben die Dinge vernünftig und für jeden verständlich zu erklären.

Ich würde mich freuen, wenn wir dieser Tage dann vielleicht ein Schreiben im Briefkasten haben, oder vielleicht einen Hinweis im Internet, oder eine WhatsApp Nachricht darüber bekommen, wie es nun weitergeht.

Ich biete Dir auch gerne in dieses Medium für eine öffentliche Stellungnahme an.
Ich werde jeden Satz  unredigiert weitergeben und deine Informationen unverfälscht veröffentlichen, so wie ich es mit deiner Bügerinfo unterhalb mache.

Der offene Brief erfolgt, damit die Verantwortlichen in der Gemeinde, im Rat und im Landkreis mitlesen können und zur Kenntnis nehmen, das uns Bürgern die Zustände in Loquard bitter aufstoßen, wir aber nach wie vor gesprächsbereit und offen sind. Lieber Reiner  ich möchte auf keinen Fall hinter Deinem Rücken über Dich reden, oder über Dinge schreiben, die nicht wahr sind. Ich werde mich  hüten den schwarzen Peter irgend jemanden in der Gemeinde zu zuschieben. Ich möchte alle Verantwortlichen bitten mit uns Bürgern zu reden. Klartext. Ordnung schaffen. Danke für die Aufmerksamkeit.

Lieber Reiner es wäre schön in Kürze von Dir zu hören.

Mit lieben Grüßen

Reinhold Packeisen

Bürger Infobrief vom Loquarder Ortsvorsteher Reiner Willms